Wenn ein stressfreies Leben so einfach wäre, müssten wir nicht soviel gegen Stress tun. Entspannung zu finden ist eine Kunst.

Entspannung gegen Stress

Mit Methoden der Entspannung können wir aktiv Stressbewältigung praktizieren und so etwas gegen Stress unternehmen. Klingt ganz einfach, ist es aber nicht. Wie ich im ersten Artikel zum Thema Stress bereits geschrieben habe, gründen die Muster für Stress in Bereichen, die wir nicht so einfach bewusst ansteuern können. Um zu verstehen wo unsere individuellen Faktoren für Stress liegen, müssen wir die beiden Kategorien Innen und Aussen näher betrachten. Man kann Innen und Aussen auch als Unbewusst und Bewusst bezeichnen.

Innen

  • Unbewusst
  • Wie fühle ich mich
  • Für was brennt mein Herz
  • Geist

Aussen

  • Bewusst
  • Wie stelle ich mich dar
  • Was erwartet mein Umfeld von mir
  • Körper

Innen

  • Unbewusst
  • Wie fühle ich mich
  • Für was brennt mein Herz
  • Geist

Aussen

  • Bewusst
  • Wie stelle ich mich dar
  • Was erwartet mein Umfeld von mir
  • Körper

Ein entscheidender Faktor für Wohlbefinden ist das Konsistenzprinzip. Passen Innen und Aussen zusammen wird unserem Körper-Geist-System nicht übermäßig Energie abverlangt. Je weiter diese beiden Aspekte aber auseinander driften, desto mehr Stress entsteht. Eine Studie aus dem Jahr 2003 hat dies auch wissenschaftlich feststellen können (Robinson, Vargas & Crawford, 2003)

Konsistenz gegen Stress

Hierzu ein Auszug aus den Buch Embodiment (Embodiment, Maja Storch, Verlag hogrefe, 2017 – ebook Seite 1114)

Wenn wir das Konsistenzprinzip auf die Körperthematik dieses Buches anwenden, lassen sich auch hier Folgerungen für den menschlichen Alltag ziehen. Der Körperausdruck und das, was das psychische System sonst noch beschäftigt, sollten idealerweise zueinander passen, so dass Inkonsistenzen vermieden werden. Dies ist für die persönliche Ausstrahlung und das öffentliche Auftreten besonders wichtig, deshalb wähle ich diesen Bereich hier als Beispiel. Bleiben wir der Einfachheit halber beim Thema Selbstwert, denn hier gibt es neben dem bewussten und dem unbewussten Selbstwert auch wesentliche körperliche Komponenten. Der Wunsch, selbstbewusst zu sein und dies auch auszustrahlen, ist ein Dauerbrenner, speziell in Trainings für Frauen. Viele von diesen Frauen beschäftigen sich auf der bewussten Ebene sehr intensiv mit diesem Thema, sie lesen Bücher, hören Vorträge, beherzigen die sieben Tipps und Tricks aus der Frauenzeitschrift. Solange jedoch der Körper der Welt kein lautes «Ja!» entgegenschmettert, sondern in einer ängstlichen Haltung des «Nein, lieber nicht …» verharrt, schaden sie sich selbst mit ihren bewussten Aktivitäten unter Umständen mehr, als sie sich nützen. Denn ihr psychisches System muss dann zwei inkonsistente Informationen verarbeiten.

Bildquelle: (Embodiment, Maja Storch, Verlag hogrefe, 2017 – ebook Seite 1114)

Durch Übungen, die unsere Konsistenz schulen können wir aktiv etwas gegen unseren Stress tun. Methoden wie Qigong, Taiji und Yiquan eignen sich dazu hervorragend. Beim Üben lernt unser Organismus wieder eine Verbindung von Innen und Aussen herzustellen. Unser Alltag hat uns nämlich oft verlernen lassen, dass diese Konsistenz für unser Wohlbefinden entscheidend ist.

Entspannen braucht Rhythmus 

Die Wichtigkeit der Konsistenz, welche die oben genannte Studie aufgezeigt hat, gilt aber nicht nur für große Zeitspannen. Im Alltag finden wir auch kleinere Abschnitte in denen wir auf diese Konsistenz aus Körper und Geist achten sollten. Wenn wir über den Tag hinweg merken, dass wir beginnen uns gestresst zu fühlen, kann eine Ursache sein, dass die Verbundenheit aus Körper und Geist verlorengeht. Getrieben von den Forderungen, die wir selbst oder unsere Umwelt an uns stellen, vergessen wir die „Kurve“ zu kriegen. Schaffen wir es hingegen unseren Tag rhythmisch zu gestalten, können wir Körper und Geist gut in Verbindung halten und so auch entspannt eine Menge leisten. Verbundenheit und Rhythmus sind Grundpfeiler der Entspannung. Beim praktizieren von Taiji, Qigong und Yiquan schulen uns genau darin. Zumindest dann, wenn wir die  Übungen nicht als Gymnastik betreiben. In einem Video möchte ich Ihnen das noch ein wenig näher erläutern.

Autor: Thomas Huber
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