5 Elemente Teil 2

Kosmologische Anordnung | Erde als Mitte

Hierzulande verbinden wir die 5 Wandlungsphasen in erster Linie mit dem Zyklus, bei dem das Element Erde zwischen den Elementen Feuer und Metall angeordnet ist. Im ersten Teil dieser Serie über die 5 Elemente / Wandlungsphasen haben wir uns verschiedene Anordnungen der Wandlungsphasen angesehen. Die zyklische Darstellung mit der Erde als zentralem Punkt wird auch kosmologische Anordnung genannt. Wie in jeder Kultur waren auch die Menschen des antiken China von den Abläufen in der Natur, wie Tag und Nacht und den Jahreszeiten abhängig. Diese Aspekte spielten im Alltag eine große Rolle. Sie beobachteten die Vorgänge und beschrieben die Prozesse mit den WUXING, den 5 Wandlungsphasen. Und in diesem Zusammenhang definierten sie auch den Menschen als Zentrum der Prozesse in der Mitte, im Element Erde.

5 Elemente Zyklus

Das Erde-Mitte Modell

Die kosmologische Anordnung der Wandlungsphasen ist mit dem Modell von Yin und Yang noch enger verbunden. Würde man eine Art Chronologie der Entwicklung dieser Modelle erdenken, so könnte man sagen, das Erde-Mitte Modell der Wandlungsphasen ist eine Vorstufe der zyklischen Darstellung mit der Erde zwischen Feuer und Metall. Entwicklung bedeutet aber nicht, das ein Modell durch das andere abgelöst wird. Das kosmologische Wandlungsphasen-Modell als Vorstufe ist als Rahmen zu sehen, in dem die weiteren Prozesse stattfinden. Als Mensch sind wird zum einen zentraler Punkt mit dem die weiteren Elemente wechselwirken und zum anderen wirken alle Wandlungsphasen zusammen auch in uns. Hier gliedert sich nun das Element Erde in den Zyklus ein und findet seinen Platz zwischen Feuer und Metall.

Die 5 Elemente | Wasser - Holz - Feuer - Erde - Metall

Nicht entweder oder

Der Blickwinkel entscheidet wie wir eine Sache beschreiben. Das kennen wir auch, wen wir über Yin und Yang sprechen. Wichtig ist es, sich bewusst zu machen, dass der Blickwinkel alle anderen Blickwinkel nicht ablöst. Jede Beschreibung, die sich aus einer speziellen Sichtweise ergibt, verneint damit auf keinen Fall die anderen Sichtweisen.

Wir haben zum Beispiel eine Schüssel mit Wasser. Das Wasser hat eine Temperatur von ungefähr 15°C. Wenn wir mit unserer kalten Hand in die Schüssel greifen empfinden wir das Wasser warm. Das selbe Wasser fühlt sich aber auch kühl an, wenn unsere Hand warm ist. Einmal würden wir das Wasser mit Yang (warm) beschreiben und einmal mit Yin (kalt). Das Wasser bleibt aber einfach 15°C warmes Wasser. Auf die Temperatur bezogen ist das Wasser hier Yin und Yang.

Bei den Wandlungsphasen verhält es sich ebenso. Die Erde ist sowohl zentraler Punkt wie auch im Zyklus eingegliedert.

Die Bewegungen des Qigong mit den Wandlungsphasen

Es gibt auch direkte Übungsfolgen, die sich an den Wandlungsphasen ausrichten, sogenannte 5 Elemente-Übungen. Mit dem Folgenden geht es mir nicht um eine solche Übungsfolge. Bei vielen Übungsfolgen im Qigong arbeiten wir mit den 5 Wandlungsphasen in der Anordnung des Hervorbringungszykluses. Die Bewegungen orientieren sich an einer Wirkung auf die einzelnen oder mehrere Elemente bzw. Meridiane oder Organe. Zusätzlich ist es möglich, die Bewegungen im Zusammenhang mit dem kosmologischen Zyklus zu betrachten. Für jede Bewegung, auch ausserhalb des Qigong, können wir einen Bezug zu den Wandlungsphasen herstellen. Wenn wir die Bewegungen in Bezug zu den Wandlungsphasen betrachten, können wir darin auch einige allgemeine Prinzipien des Qigong erkennen.

Der kosmologische Zyklus und die Prinzipien des Qigong

Ich möchte an dieser Stelle nur auf einen Aspekt eingehen. Wir haben im kosmologischen Zyklus der Jahreszeiten gesehen, dass jedes Element mit der Mitte in Verbindung steht. Körperlich gesehen können wir unseren Rumpf als Zentrum sehen. Die Extremitäten bilden in dieser Sichtweise die vier Richtungen in Form von Achsen. Der Kopf in Verbindung mit den Beinen und Füßen bildet die vertikale Achse. Die Beiden Arme bilden die horizontale Achse. Folgende Prinzipien können wir hier entdecken:

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Verwurzeln - Mit der Erde verbinden

An der Übergangsstelle zwischen Rumpf und Beinen, dem Hüftgelenken, schaffen wir die Verbindung nach unten. Um das Becken locker sinken zu lassen müssen wir die Hüftgelenke einbeziehen. Auch die korrekte Position der Knie wird durch Korrektur im Hüftgelenk vollzogen. Man könnte sagen, die Nahtstelle von Wasser/unten und Erde/Rumpf vollzieht sich im Bereich des Übergangs, also in den Hüftgelenken und dem Becken. Wir verbinden Erde und Wasser.

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Aufrichten - Mit dem Himmel verbinden

Die Übergangsstelle, die wir hier auf der körperlichen Ebene finden ist der Nacken und der Kopf. Im Nacken entspannt aufrichten und den Schädel auf der Wirbelsäule ausbalancieren ist hier eine unserer Aufgaben. Gelingt uns diese Verbindung, die Verbindung von Feuer/oben und Rumpf/Erde, können wir uns entspannt Aufrichten.

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Im Brustkorb öffnen plus Schulterblätter öffnen

Muskel zum ArmDie Verbindung zwischen Rumpf und Armen, die horizontale Achse, vollzieht sich vor allem in den Schultern. Beginnen die Arme an den Schultern? Nein! Wir dürfen nicht nur die Knochen sehen. Es geht um den ganzen Arm. Muskeln und Sehnen, die das Schultergelenk umspannen gehören zur Funktion der Arme. Wenn wir zum Beispiel das Ausbreiten der Arme in Struktur und Vorstellung beim Rumpf beginnen kann sich auch der Brustkorb weiten. Zudem lässt sich so das Zusammendrücken der Schulterblätter vermeiden. Die Verbindung von Oberarm, als Beginn des Armes bis zu Hand, mit dem Rumpf ist unsere horizontale Achse. Die Bewegungen in diesem Bereich können über Aussen nach Oben führen (Holz und Feuer). Die anderen Richtungen wären Innen und Unten (Metall und Wasser).

Probleme in den Übergängen

Die Volkskrankheiten im Bewegungsapparat lassen sich großenteils in diesen Übergangsstellen lokalisieren. Nackenschmerzen, Bandscheibenvorfälle, Schmerzen im Schulter-, Hüft und Kniegelenk, jeder kennt in seinem Umfeld Menschen mit solchen Beschwerden. All diese Beschwerden können wir ursprünglich mit Übergangsstellen zum Rumpf in Verbindung bringen. Im übertragenen Sinn könnten wir sagen , dass wir unsere Mitte verloren haben. Es fehlt uns zunehmend der Bezug zu uns selbst.

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